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Stimberg Zeitung vom 15.08. 1967

Nach Halluin nun auch englische
Partnerschaft für Oer-Erkenschwick?

Stadtvertretung muß eine Entscheidung fällen

Oer-Erkenschwick. Nach der französischen Stadt Halluin soll nun Oer-Erkenschwick auch eine englische Partnerstadt bekommen. Dies schlägt zumindest der Erste Beigeordnete des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk, Dr.-Ing. Froriep, unserem Bürgermetster Heinz Netta vor. "Geboren" wurde diese Idee von der neuen englischen Partnerstadt auf dem deutsch-britischen Partnerschaftskongreß in Newcastle im Juli dieses Jahres, als Direktor Gazzard von der Entwicklungsgesellschaft, Dr.-Ing. Froriep, um den Namen einer Partnerstadt in Deutschland bat.

Die neue Stadt Killingworth, die eventuell einmal Partnerstadt von Oer-Erkenschwick werden wird, liegt nördlich von Newcastle. Der Aufbau dieser Stadt begann vor etwa fünf Jahren, zunächst für 20 000 Einwohner. Heute leben bereits rund 5000 Menschen dort. Neben Killingworth entstehen zur Zeit noch einige weitere neue Städte im Gebiet um Newcastle, das durch zurückgehenden Berg- und Stahlbau Not leidet. Ein großzügiges Hilfsprogramm der englischen Regierung ermöglicht hier eine Umstrukturierung und wirtschaftliche Belebung, indem neue Städte und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Direktor Gazzard hat nun Dr. Ing. Froriep gefragt, ob er ihm nicht eine Partnerstadt in der Bundesrepublik nennen könnte, die etwa gleich groß ist und ähnliche kommunale Probleme aufweist. "Indem ich mir vorstelle, daß vielleicht Oer-Erkenschwick in Frage kommen könnte, möchte ich Sie fragen, wie Sie grundsätzlich hierüber denken. Im Falle eines positiven Bescheides wäre es wohl richtig, wenn ich Herrn Gazzard mitteilte, daß er sich direkt an Sie wenden möge, damit 'die von ihm ergriffene Initiative auch bei ihm verbleibt." Dies schrieb Dr.-Ing. Froriep in einem Brief an Bürgermeister Heinz Netta.

In dem Schreiben werden auch konkrete Vorschläge unterbreitet, wie man sich englischerseits die Anfänge einer solchen Partnerschaft vorstellt. Den bescheidenen Anfang könnte nach Meinung Gazzards ein Schulkinderaustausch bilden. Später könnten dann weitere Maßnahmen überlegt werden, wozu wohl auch ein gegenseitiger Besuch einiger' leitender Damen und Herren der Partnerstädte aus Politik und Verwaltung gehören würde.

Dr.-Ing. Froriep beendet seinen persönlichen Brief an Bürgermeister Heinz Netta mit den Sätzen: "Ich möchte noch hinzufügen, daß ich solche Partnerschaften, wie ich jetzt gelegentlich des Kongresses feststellen konnte, für sehr nützlich halte, indem sie zum besseren gegenseitigen Verständnis der Völker beitragen, Vorurteile abbauen und den Blick weiten. In Ansprachen gelegentlich des Kongresses wurde auch auf den allgemeinen politischen Effekt hingewiesen, daß damit auf der kommunalen Ebene manches. aufgelockert und angebahnt wird, was sich. günstig auf die ,große' Politik auswirken kann. Zu weiteren Auskünften stehe ich, falls erforderlich, gern zur Verfügung."

Nun liegt die Entscheidung, ob Partnerschaft in England oder nicht, bei der Stadtvertretung.


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