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Stimberg Zeitung vom 23.04.1970

Aufenthalt in Longbenton brachte
Verbesserungen der Englischkenntnisse

Fruchtbarer Schüleraustausch, Gegenbesuch im Juni zu erwarten

Oer-Erkenschwick. Nun sind sie wieder daheim, etwa 35 Schülerinnen und Schüler der Christoph-Stöver-Realschule, die die zweite Runde eines Schüleraustausches mit der englischen Stadt Longbenton eingeleitet haben. Die erste Runde, wenn man sich so ausdrücken will, fand bereits im Vorjahr statt, wobei die Erkenschwicker Mädchen und Jungen noch Schwierigkeiten bei der Luftreise hatten. Diesmal verliefen Hin- und Rückflug vollkommen glatt. Bei der Rückkehr wurde in London ein Aufenthalt von drei Stunden eingelegt. Eine Stunde überließen die leitenden Lehrkräfte, Realschullehrer Seyb und Realschullehrerinn Carstens, ihre Schützlinge sogar ihrem Schicksal. Es spricht für sich und deren Englischkenntnisse, dass sie sich trotz alledem pünktlich zum Weiterflug eingefunden haben. Obwohl die Gruppe erst nach Mitternacht in Oer-Erkenschwick wieder eingetroffen war, saßen alle Mädchen und Jungen gestern morgen schon ab 10 Uhr erneut auf der Schulbank.

Natürlich wurde in den ersten Stunden seitens der daheim gebliebenen Lehrkräfte und des Realschuldirektors viel gefragt. Und die Erfahrungen, die die Schüler in England gemacht haben, werden noch lange Zeit im Unterricht zu verarbeiten sein. Drüben gab es wie überall, Licht- und Schattenseiten, Dinge, die besser als hier sind und Erscheinungen, die den Besuchern weniger behagten.

Gute Ausstattung

Einig sind sich alle Englandfahrer darin, dass die technische Ausstattung vieler englischer Schulen besser ist als die hierzulande. Manche Schulsysteme jenseits des Kanals haben eigene Hockeyplätze, großartige Ausstattungen für den Biologie- und Physikunterricht und dergleichen mehr.

Enttäuscht sind die meisten, dass es mit der Unterrichtsbeteiligung in den englischen Schulklassen nicht wie gewüscht klappte. Die englischen Lehrkräfte machten durchweg so weiter, als ob sie keine deutschen Gäste in der Klasse hatten. Eine echte Einschaltung blieb somit aus. Das war auch wohl einer der Gründe, warum man dann die Teilnahme am englischen Schulunterricht beschränkte. Im übrigen war auch das Programm meist so reichhaltig und der Beginn der Bettruhe so spät, dass man sich morgens lieber ordentlich ausschlief, als an einem Unterricht teilzunehmen, dem man nicht richtig folgen konnte und zu dem man auch nicht herangezogen wurde.

Die englischen Familien, in denen unsere Mädchen und Jungen untergebracht waren, bewiesen allesamt herzliche Gastfreundschaft. Und auch die Girls und Boys jenseits des Kanals waren durchweg prima. Sie veranstalteten ausgiebig Parties zur Freude ihrer deutschen Gefährten, wobei es originell und schwungvoll zuging. Sie waren bei Besichtigungen und Erkundungsfahrten behilflich und machten sich auch sonst alle Mühe.

Obwohl die Beteiligten am englischen Schulunterricht spärlich blieb, glauben alle Englandfahrer, ihre Englischkenntnisse erstaunlich erweitert zu haben. Sicher nicht immer im strengen Sinne der Grammatik, aber doch in der Fähigkeit zur flüssigen Verständigung. Im Juni werden englische Mädchen und Jungen zum Gegenbesuch eintreffen. Dann kann man die erlebte Gastfreundschaft vergelten und versuchen, jenes hier besser zu machen, was dort noch nicht so ganz geglückt erschien.

Zurück aus Longbenton

Mädchen und Jungen der Christoph-Stöver-Realschule, die nach dreiwöchigem Aufenthalt in England wieder heimgekehrt sind. Vorn eine Schülerin, die sich als "tolle" Errungenschaft aus Großbritannien einen zünftigen Maxi-Rock mitgebracht hat. Es bleibt anzuwarten, wie lange er zur Schule getragen wird und ob weitere Mitschülerinnen den Mut haben, nächstens auch so "damenhaft" zum Unterricht zu erscheinen.

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