Stimberg Zeitung vom 23.09.1971
Gewerkschaftsgruppe der
heimischen Zeche fährt
1972 nach Northumberland
Partnerschaft mit Longbenton auf breiter Basis
O e r - E r k e n s c h w i c k. Planung und zielbewußter Aufbau in der Stimbergstadt und dem gesamten Vest haben auf die Ratsdelegation aus Longbenton, die zur Anknüpfung einer Partnerschaft nach Oer-Erkenschwick kam, den größten Eindruck gemacht. Die Gäste waren ebenso beeindruckt von der Herzlichkeit und der Aufgeschlossenheit, mit der man ihnen allenthalben begegnete. Die Stadtvertretung von Oer-Erkenschwick, die das Angebot einer Städtepartnerschaft aufrichtig annahm, wird sich in nächster Zeit darüber schlüssig werden müssen, was zur weiteren Vertiefung einer bereits bestehenden Freundschaft mit Longbenton getan werden kann. Unabhängig von den lokalen Beziehungen wurden bereits jetzt Vereinbarungen zwischen Verantwortlichen der IG Bergbau und Energie und Gewerkschaftssekretär J.Bamborough aus Longbenton getroffen , wonach bereits im kommenden Jahre eine sechsköpfige Delegation von Ewald-Fortsetzung zum Bergarbeiterkongreß in Northumberland fahren soll.
J. Bamborough, Ratsmitglied aus der achtköpfigen Delegation von Longbenton, ist hauptberuflich Leiter des englischen Bergarbeiterverbandes im Distrikt Northumberland, wozu auch Longbenton gehört. In seinem Distrikt sind etwa 14 000 englische Kumpel organisiert. Angesichts der gleichen Interessenlage der Bergarbeiter hüben und drüben könnte ein Erfahrungsaustausch und ein genaueres Kennenlernen der jeweiligen Arbeitsbedingungen von großem Wert sein.

J. Bamborough (Bildmitte, mit offenem Hemd), der es sich bereits für die Abreise an einem warmen Herbsttag bequem gemacht hatte, mit Bergmannskollegen aus dem Betriebsrat von Ewald-Fortsetzung, die zur Abfahrt der Delegation aus Longbenton gerade eine Sitzung anberaumt hatten. Fotos (3): Colneric
Natürlich ist auch von der Stadt Oer-Erkenschwick allerlei Initiative zur Erweiterung der Partnerschaft zu erwarten. Bürgermeister Netta (MdL) wies am Abschiedsabend vor der Abreise im Rathaus noch einmal darauf hin. Der Schüleraustausch wird intensiver als bisher gepflegt. Außer den Gewerkschaften werden noch weitere Organisationen miteinander in Kontakt treten. Man hofft ferner auf verstärkte staatliche Förderung solcher Partnerschaften, da die Entfernungen zwischen den Städten doch in jedem Fall bei Begegnungen allerlei Kosten verursachen.
Beim Abschiedsabend wurde deutlich, welche Kontakte die Delegation aus Longbenton bei ihrem sechstägigen Aufenthalt bereits aufgenommen hat. Es waren nebem dem Rat der Stadt und den leitenden Beamten der Verwaltung Vertreter des Kreises, der VEW, der Kreissparkasse und einer Brauerei aus Dortmund anwesend. Dazu kamen die Familien, bei denen die Engländer direkt zu Gast gewesen sind.
Fast alle Mitglieder der Ratsdelegation von Longbenton meldeten sich einzeln zu Wort, um Dank zu äußern und die Hoffnung zu bekunden, daß es zu weiteren Begegnungen komme möge, zum Nutzen der Demokratie und der Völkerfreundschaft in Europa. Es wurden Gastgeschenke ausgetauscht, die die Erinnerung an die ereignisreichen Tage wachhalten werden. Bei Beendigung des Abschiedsabends, ebenso bei dem letzten Lebewohl am Morgen danach, gingen alle auseinander in der Überzeugung, ein klein wenig zum großen Mosaik der Völkerverständigung beigetragen zu haben, an dem sich noch kommende Generationen in Europa ausrichten werden.

Die englischen Gäste aus Longbenton mit Freunden aus der Stimbergstadt, die sich zu ihrem Abschied eingefunden hatten. Wenig später nach dieser Aufnahme fuhr der Bus ab, der die Besucher nach Düsseldorf brachte, von wo aus deren Heimreise weiter über Rotterdam nach Newcastle ging.

