Stimberg Zeitung vom 14.06.1972
Die gleichen Wünsche und Hoffnungen in
Longbenton und unserer Stimbergstadt
Partnerschaft in Northumberland besiegelt
Verstärkter Schüleraustausch
Oer-Erkenschwick. Unter ähnlichem Zeremoniell, wie es bereits im Vorjahr im Rathaus von Oer-Erkenschwick geschah, wurde in Longbenton ein weiterer Schlußstein in der Partnerschaft gesetzt, die die genannte Stadt mit Oer-Erkenschwick verbindet. Die elfköpfige Delegation, die zur Unterzeichnung dieses Partnerschaftsabkommens in Longbenton weilte, ist inzwischen wieder heimgekehrt. Es gilt der Standpunkt, dass die Partnerschaft zwischen beiden Städten ein Steinchen im Mosaik der Bemühungen zu einer Völkerverständigung sei. Die Bewohner beider Städte verbinden gleiche Sehnsüchte, Hoffnungen und Wünsche und in beiden Städten herrschen die gleichen Schwierigkeiten und Sorgen.
Chairman E. G. Taylor als Repräsentant der Stadt Longbenton und Bürgermeister Netta (MdL) als Sprecher der Oer-Erkenschwicker Delegation bekundeten in der würdigen Ratshalle der englischen Entwicklungsstadt den Willen und die Bereitschaft, gemäß der Partnerschaftsurkunde die kulturellen, sportlichen, wirtschaftlichen und menschlichen Beziehungen zu fördern und in der Bevölkerung beider Städte, besonders in der Jugend, den Geist gegenseitigen Verstehens zu stärken. Mr. Alex Faidherbe, Beauftragter der Stadt Halluin für die Partnerschaft jener Stadt mit Oer-Erkenschwick, der als Gast mit der Oer-Erkenschwicker Delegation nach Longbenton gereist war, fügte hinzu, dass sich Halluin in diesen Partnerschaftsbund eingliedern wolle.

Denkwürdiger Augenblick der Partnerschaftsunterzeichnung in Longbenton (von links): Stadtdirektor Mr. Harrison, Bürgermeister E. G. Yaylor, M. Alex Faidherbe, Beauftragter der Stadt Halluin, Bürgermeister Netta (MdL) und Oberverwaltungsrat Stange, der als Repräsentant der heimischen Stadtverwaltung in Longbenton mit von der Partie war.
Die Tage des Besuches in Longbenton waren angefüllt mit Besuchen und Besichtigungen, wobei die heimische Delegation alle Ortsteile von Longbenton und die gesamte Grafschaft Northumberland kennenlernte. Ein Ereignis für sich war die Teilnahme an einem großen Bergarbeitertreffen mit einem großen Aufgebot an Musikkapellen in allerlei Trachten, während die Bergleute selbst keine Uniformen oder dergleichen trugen. James Bamborough, Ratsmitglied in Longbenton, gehört zu den Führern der englischen Bergarbeitergewerkschaft in jenem Distrikt. Der Kontakt zwischen ihm und den heimischen Delegationsmitgliedern, die ebenfalls dem Bergbau entstammen, war deshalb besonders eng.
Die Ratsmitglieder Saland und Falk, die dem Betriebsrat von Ewald-Fortsetzung angehören, unternahmen sogar mit James Bamborough eine Grubenfahrt, um die Verhältnisse in einem englischen Kohlenstoß kennenzulernen. Durchaus möglich, dass zwischen der IG Bergbau und Energie hierzulande und der Miner-Union in Longbenton Parallelbeziehungen zu den kommunalen Verbindungen entstehen.
Im übrigen kam man überein, den bereits begonnenen und erprobten Schüleraustausch zwischen den Schulen in Longbenton und der heimischen Christoph-Stöver-Realschule verstärkt zu fördern. Auch die Beziehungen von Familie zu Familie sollen verstärkt werden, obschon die Entfernung zwischen Oer-Erkenschwick und Longbenton ein gewisses Handikap ist. Die schnelle Reise zwischen beiden Städten mit dem Flugzeug ist relativ teuer. Die kombinierte Reise per Bahn und zu Schiff kostet zwar nicht soviel, erfordert aber mehr Zeit, so dass sie eigentlich nur während eines längeren Urlaubs lohnenswert ist.
Aber vielleicht finden die Organe der Partnerschaft im Laufe der Zeit doch Mittel und Möglichkeiten, um den Reiseweg zwischen Oer-Erkenschwick und Longbenton einfacher und billiger zu gestalten.

