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Stimberg Zeitung vom 21.04.1976

Jugend soll ein fester Brückenschlag übers Meer von Volk zu Volk gelingen

Empfang für englische Jugendgruppe im Rathaus / Verbindung mit North Tyneside

Eine Erinnerungsgabe

Eine Erinnerungsgabe mit dem Wahrzeichen der Stadt Oer-Erkenschwick überreichte Bürgermeister Netta gestern Mr. Waterfield, dem Leiter der Jugendlichen aus North Tyneside.

Kleine Gaben

Willi Vockmann verteilte kleine Gaben der Stadt an die englischen Besucher.

Oer-Erkenschwick. Beim Empfang für eine englische Jugendgruppe aus der Partnerstadt North Tyneside, die gestern nachmittag im Rathaus stattfand, wurde nur deutsch gesprochen. Denn die jugendlichen Gäste aus England, elf Mädchen und vier Jungen, verstehen bis auf zwei Mädchen allesamt unsere Sprache. Selbstverständlich auch der begleitende Lehrer, der an einem Gymnasium in North Tyneside seit sieben Jahren Unterricht in Deutsch erteilt. Bürgermeister Netta hielt den jungen Leuten, die mit ihren Gasteltern und deutschen Altersgefährten gekommen waren, nochmals vor Augen, wie sich die Partnerschaft mit Longbenton entwickelt hat, mit jener Stadt bei Newcastle, die inzwischen in der größeren Stadt North Tyneside aufgegangen ist. Unter Beifall äußerte er, daß der der Zweck der Partnerschaft verfehlt sei, wenn sich nur die offiziellen Vertreter beider Städte von Zeit zu Zeit treffen. Wichtiger sei es, daß die Jugend von hüben und drüben sich kennenlernt. Der Jugend müsse es gelingen, einen festen Brückenschlag von Volk zu Volk zu schaffen.

Mr. Michael Waterfield, der Betreuer der Jugendgruppe, äußerte hernach im Namen aller seinen Dank für die Mühe, die sich die Stadt und die Gasteltern um den Besuch gemacht haben. Man habe sich hier sehr wohl gefühlt, viele neue Eindrücke gewonnen und mehr Verständnis für das deutsche Volk und deutsche Belange allgemein gewonnen. Mr. Waterfield äußerte die Hoffnung, daß es noch im Herbst zu einem Gegenbesuch aus Oer-Erkenschwick in North Tyneside kommen werde. Und wenn das nicht möglich sei, dann zu Ostern 1977.
Gewiß war seine Erwartung im Sinne der englischen Mädchen und Jungen, die hier einmal einen längeren Aufenthalt ganz besonderer Art verbracht haben. Dies dank der Organisation von Willi Vockmann, eines Oer-Erkenschwicker Jugendlichen, der schon sechsmal in Longbenton bzw. North Tyneside weilte und mittlerweil 22 Jahre alt geworden ist. Er hatte das Besuchs- und Besichtigungsprogramm für die englischen Freunde nach ihrer Ankunft zusammengestellt. Er war in allen Tagen in ihrer Mitte, betätigte sich als Führer und Reiseleiter, sei es bei der Fahrt nach Münster, beim Besuch eines Kasseninstituts in Recklinghausen oder bei dem Abstecher zur Bundeshauptstadt Bonn.
Dabei war im großen und ganzen darauf geachtet, daß das Programm nicht überladen war. Willi Vockmann wollte es vermeiden, des Guten zu viel zu tun, wie es den heimischen Jugendlichen einmal in North Tyneside geschehen ist, wo sie Tag für Tag weit unterwegs waren und nur am späten Abend wieder in die Familen zurückkamen, die sie aufgenommen hatten. Nein, hier sollten sich alle von Mensch zu Mensch kennenlernen, genau erfahren wie man hier in Familien lebt und wie hier der Alltag verläuft.
Das wurde vollauf anerkannt, wie in den Gesprächen mit den englischen Jugendlichen zu erfahren war. Jetzt hätte allerdings noch eine Woche gefehlt, nachdem die Girls und die Boys erst richtig warm geworden waren. Dann wäre der Aufenthalt auf deutschem Boden für sie noch wesentlich ergiebiger geworden. Aber aus der Erfahrung lernt man für die Zukunft -- auf beiden Seiten. Und künftig wird man zeitliche Länge und Intensität der Begegnung noch besser abstimmen können -- in Oer-Erkenschwick und in North Tyneside.



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