Stimberg Zeitung vom 10.03.1977
Schüleraustausch mit der englischen Partnerstadt North Tyneside wieder 1978
Delegation vereinbarte neue und weitere Kontakte / Urlaub an Nordseeküste
Oer-Erkenschwick. Der unterbrochene Schüleraustausch mit der englischen Partnerstadt North Tyneside
soll 1978 wieder fortgesetzt werden. Dies ist das wesentliche Ergebnis der Vereinbarungen, die eine Delegation
aus Oer-Erkenschwick bei einem Wochenendbesuch in der Partnerstadt abschloß. Zu dieser Abordnung gehörten
Bürgermeister Netta, die Fraktionsführer der SPD und CDU, Saland und Berger sowie Verwaltungsdirektor Stange
als Vertreter des Stadtdirektors und der stellvertretende Realschuldirektor Seyb. träger des Schüleraustausches
war im wesentlichen die heimische Christov-Stöver-Realschule und sie wird auch den weiteren Austausch wieder mit
englischen Schulsystemen der Partnerstadt in Gang bringen. Es war erfreulich, in North Tyneside zu hören,
daß durch die früheren Schülerbegegnungen bereits echte Familienfreundschaften entstanden sind, die
abseits des offiziellen Rahmens blühen und gedeihen. Dazu wurde nun erwogen, North Tyneside mit seiner herrlichen
Landschaft, die bis nach Schottland hineinreicht und der im Sommer so reizvollen Nordseeküste mehr als
Urlaubsaufenthalt für unsere Bevölkerung in Anspruch zu nehmen.
Allerdings bedarf es dazu genauere Kenntnis durch detaillierte Prospekte und auch etwas größere Hilfestellung
von North Tyneside durch Vermittlung guter und preiswerter Unterkünfte. Bei Gruppenfahrten würden natürlich
die Reisekosten per Bahn und zu Schiff oder mit dem Flugzeug günstiger. Alles das ließe sich jedoch nur
arrangieren, wenn man Reiseböros hüben und drüben einschaltete.
Die Verhandlungen mit den offiziellen Vertretern der Partnerstadt gestalten sich besonders vertraut, weil die Oer-Erkenschwicker
es mit guten Bekannten zu tun hatten. Die Stadt North Tyneside ist zwar ein großes Kommunalwesen, im Zuge der
englischen Kommunalreform aus mehreren Städten und Gemeinden entstanden, doch der derzeitige Oberbürgermeister
Billy Fawcett und Labour-Fraktionssprecher Jimmy Bamborough stammen aus Longbenton, jetzt ein Stadtteil von North Tyneside
aber früher eine selbstständige Stadt, mit der Oer-Erkenschwick schon vor Jahren die Partnerschaft aufgenommen
hat, die daraufhin auf North Tyneside übertragen wurde.
Auch die Tory-Fraktion ( Konservative Partei ) in der Partnerstadt gab den Gästen vom Fuße des Stimbergs einen
Empfang, wobei Fragen der Partnerschaft und allgemeine Probleme freizügig erörtert wurden. Die Delegation hatte
außerdem Gelegenheit, an einer Ratssitzung in North Tyneside teilzunehmen, wo es allerdings wesentlich anders zuging als
in der heimischen Stadtvertretung. Man sah sich in Fabriken und im dortigen Bergbau um, der nicht mit dem Ruhrbergbau zu
vergleichen ist. In England wird beispielsweise Kohle 400 m tief unter dem Meere abgebaut und Millionen Tonnen an Steinkohle
werden dort sogar im Tagebau gewonnen.
Der Bau neuer Kraftwerke, durchweg auf Kohlebasis, steht dort ebenso wie hier zur Diskussion. Nur mit dem Unterschied, daß es
dort keine öffentlichen Meinungsverschiedenheiten wegen der Standorte und der Konstruktion schlechthin gibt.
Eine Verbesserung des Kontaktes von Bürgern zwischen hüben und drüben könnte also zweifellos manche
guten Einsichten die über den eigenen Kirchspielzaun ragen, reifen lassen und zu Bewußtsein bringen.

