Stimberg Zeitung vom 08.02.1978
Englische Partnerfreunde hätten auch gern Austausch der Hausfrauen vereinbart
Ergebnis der Verhandlungen mit der Delegation aus North Tyneside
Oer-Erkenschwick. Ein Schüleraustausch mit der englischen Partnerstadt North Tyneside soll in diesem Jahr wieder
stattfinden. Das wurde zwischen der in diesen Tagen hier weilenden Delegation aus der Partnerstadt und der Leitung der
Christoph-Stöver-Realschule fest vereinbart, nachdem schon bei einem Besuch einer Oer-Erkenschwicker Delegation
in North Tyneside darüber grundsätzlich Klarheit geschaffen worden ist. Wahrscheinlich werden auch die
Teilnehmer eines Englischlehrgangs der VHS unter Leitung von Karin Kuczera im Laufe des Jahres eine Studienfahrt nach
North Tyneside unternehmen. Dafür macht sich günstig, daß die Kursusleiterin dieser Tage als Dolmetscherin für die
englische Delegation fungierte. Dadurch ist eine Vertrautheit geschaffen, die sich günstig auswirken müßte,
wenn der Englischlehrgang seine Studientage in North Tyneside verbrächte. Ob allerdings auch sogleich ein Hausfrauenaustausch
zustande kommt , den die englischen Partnerfreunde ebenfalls nachdrücklich wünschen, ist noch fraglich.
Augenscheinlich gibt es in England mehr typische Frauengruppen als hierzulande, wo die Frauen doch zumeist eher in konfessionellen,
sportlichen, kulturellen oder auch politischen Verbänden zusammengefaßt sind. Die Sprachbarrieren wären ein Hindernis,
das gerade den Hausfrauen am meisten Schwierigkeiten machte. Bei Unterbringung in Familien würde das besonders störend sein, es sei denn,
es wären wenigstens Kinder da, die entweder Englisch oder Deutsch verstünden, falls schon von den Eltern
niemand die andere Fremdsprache auch nur annähernd beherrscht.
Unter solchen Umständen wäre daher nur eine gemeinsame Unterbringung der englischen Hausfrauen in einem Heim am
Haardrand sinnvoll und bei einem Gegenbesuch drüben ein ähnliches Verfahren. Leiden müßten dabei aber
der persönliche und menschliche Kontakt, auf den es ja eigentlich im wesentlichen ankommt.
Darum bleiben ein Austausch von Schülern oder der Studienbesuch jener, die ernsthaft die Sprache der jeweiligen Partnerfreunde
erlernen, die aussuchtsreichsten Möglichkeiten, um die Partnerschaft weiter zu intensivieren. Auch ein Kontakt unter
Sportlern -- man hatte in North Tyneside bereits an eine Begegnung der Schwimmer gedacht -- liegt im Bereich einer
aussichtsreichen Realität.
Die größte Erfahrung besteht zweifelsfrei im Schüleraustausch, der bereits mehrfach praktiziert worden ist.
Allerdings sollte er bei den Jahrgängen geübt werden, die noch lange genug auf der Schulbank bleiben, um nach eigenen Besuch
auch einen Gegenbesuch haben zu können. Für Schüler der Abschlußklassen steckt dies aber kaum drin, weil sich
der Austausch, um die Schüler nicht zu überfordern, tunlichst auf zwei Jahre erstrecken sollte.
Mrs. Deputy Mayoress D. T. Warner, die gestern wieder mit der englischen Delegation Abschied nahm, hat übrigens ausgesagt,
sich noch weiter um die Rentenangelegenheit einer Oer-Erkenschwicker Bürgerin zu kümmern, die sie bereits zu einem
Teilerfolg gebracht hat. Die Erkenschwickerin, die durch ihren verstorbene englischen Mann einen Anspruch auf englische
Rente hat, erhielt zwar dank der Hilfe von Mrs. Warner bereits ihre Anerkennung darauf, die sie zuvor nicht erreichen konnte.
Es geht aber noch um den Nachzahlungsanspruch, den Mrs. Warner ebenfalls durchsetzen zu können glaubt.

