Stimberg Zeitung vom 22.03.1979
Plan wohlwollend aufgenommen:
Freundeskreis mit der Partnerstadt North Tyneside könnte gefördert werden
Partnerschaftsausschuß tagte / 10-Jahr-Treffen in Halluin beraten
Oer-Erkenschwick: Mit dem Treffen zum 10-jährigen Bestehen der Partnerschaft Oer-Erkenschwick -- Halluin, das vom
15. bis 17. Juni in der französischen Stadt stattfindet, beschäftigt sich der Partnerschaftsausschuß in
seiner Sitzung am Dienstag vorwiegend. Der gesamte Rat ist eingeladen, an diesem Treffen teilzunehmen. Es wird aber
lediglich eine elfköpfige Ratsabordnung mit insgesamt 200 anderen Gästen, zumeist Sportler und andere
Vereinsgruppen, nach Halluin fahren. Der Vorsitzende Deutsch-Französischen-Freundeskreises, Karl Heinz Röthig, trug vor dem
Ausschuß auch schon das genaue Programm des Jubiläumstreffens vor, das allgemeine Billigung fand. Dann entspann
sich eine rege Debatte über den aus interessierten Kreisen vorgetragenen Wunsch, auch einen Freundeskreis mit der
englischen Partnerstadt North Tyneside zu bilden. Bei grundsätzlicher Bereitschaft, einen solchen Freundeskreis zu
fördern, kam aber doch zum Ausdruck, wie verschieden die Beziehungen mit Halluin einerseits und North Tyneside anderseits
sind und bleiben. Dies muß den jeweiligen Freundeskreisen zwangsläufig bestimmte Begrenzungen setzen.
Die Entfernung nach Halluin ist nur ein Bruchteil dessen, was bei Besuchen zwischen der Stimbergstadt und der englischen
Partnerstadt zu bewältigen ist. Mit anderen Worten, jede Begegnung mit North Tyneside kostet viel mehr Geld und Zeit --
sowohl für die Einheimischen als auch für die englischen Freunde. Begegnungen mit North Tyneside müssen
daher genauer auf Zweck und Ziel abgewogen werden. Über die Nordsee bis hin zur Grenze Schottlands kann nicht jede Gruppe
so spontan fahren, wie es im Falle Halluin möglich ist. Für die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien
gibt es überdies keine Körperschaft wie das Deutsch-Französische Jugendwerk, von dem manchmal einige Zuschüsse
zu erwarten sind.
Dennoch war der Partnerschaftsausschuß unbedingt bereit, jeder möglichen Intensivierung der Beziehungen mit North
Tyneside zuzustimmen. Bürgermeister Netta wurde ermächtigt, mit den Initianten dieses Freundeskreises Gespräche
aufzunehmen, um die genauen Absichten zu erkunden und gegebenenfalls Unterstützung und Förderung anzubahnen.
In dem Antragsschreiben, abgefaßt vom VHS-Dozenten Friedrich Kerzig, ist vermerkt, daß sich ein großer Teil
von Englischkursbesuchern, Dozenten und allgemein Interessierten für die Errichtung eines Freundeskreises mit der englischen
Partnerstadt North Tyneside einsetze. Man sehe seine Aufgabe darin, möglichst allen Sozialschichten unserer Stadt eine
Kontakt- oder Austauschmöglichkeit zu schaffen und darüber hinaus kulturelle Akzente zu setzen.
Man möchte auch wissen, in welchem Rahmen und nach welchen Kriterien Hilfe zu erwarten wäre. Wünschenswert
wäre es zudem, wenn aus dem Rat der Rat der Stadt einzelne interessierte Mitglieder in diesem Kreis mitarbeiten
würden. Das könnte vor allem die gewerkschaftlich interessierten Ratsmitglieder betreffen, die bis jetzt den
besten Kontakt mit ihren englischen Gewerkschaftskollegen jenseits des Kanals haben.
Ende April wird wieder eine Delegation nach North Tyneside fahren. Vielleicht ist es möglich, drüben einen
ähnlichen Freundeskreis mit Oer-Erkenschwick anzuregen, so daß ein solcher Kreis hier auch sofort die geeignete
auf der anderen Seite fände.

