WAZ vom 11.11. 1981
Streichung beim
DEF im Gespäch
Oer-Erkenschwick. Während der Deutsch-Französische Freundeskreis von der Sparwelle unberührt sein Programm auch mit Hilfe eines städtischen Zuschusses in "trockenen Tüchern" wähnen kann, sieht es im Englischen Freundeskreis anders aus. Denn wie aus den berühmten gut unterrichteten Kreisen zu hören war, wollen die Genossen den Deutsch-Englischen Partnerschaftsgedanken mit der britischen Stadt North-Tyneside das Salär zusammenstreichen. Ausgangspunkt für die Überlegungen dürfte wohl das Scheitern der Partnerschaftsspiele in Großbritannien anzusehen sein, für die im kommenden Jahr nach ersten vorsichtigen Schätzungen etwa 5000 Mark an städtischen Geldern gewünscht worden war.
Ging man ursprünglich von einem Betrag von jeweils 15.000 Mark für beide Freundeskreise aus, sollen die "Engländer" jetzt weniger erhalten.
Eine Rolle dabei dürfte auch der Entschluß des Stadtsportverbandes gespielt haben, künftig aus Kostengründen auf Besuche in North Tyneside zu verzichten.
Doch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Allerdings Interessenten für die frei werdenden Mittel stehen bereits schon auf der Matte. Zu nennen wären da die Sportvereine, die in kommenden Jahr mit erheblichen finanziellen Einbußen durch Kürzungen der Landesmittel befürchten.
Ein offenes Geheimnis ist auch, daß man offizieller Seite über die Partnerschaft mit North Tyneside nachdenkt. Zwar hat Bürgermeister Heinz Netta keinen Zweifel daran gelassen, daß man nach wie vor am regen Schüleraustausch brennend interessiert sei, allerdings was darüber hinaus zu leisten ist bezifferte er zunächst mit 8.000 Mark städtischem Zuschuß, vorbehaltlich der Ratsentscheidung. Allerdings kündigte Netta gleichzeitig seinen Besuch in der Partnerstadt an um über die Beziehungen zwischen den beiden Bergbaustädten Gespräche zu führen.
Das Argument "Die Reise dorthin sei zu teuer und zu beschwerlich" jedenfalls war in diesen Tagen des öfteren zu hören.

