Stimberg Zeitung vom 24.11. 1981
Mühen der Gastgeber
wurden schlecht entlohnt
OER-ERKENSCHWICK. "Die Partnerschaftsspiele hätten nicht abgesagt werden müssen." Dieser Überzeugung ist Friedrich Kerzig, 1. Vorsitzender des Deutsch-Englischen Freundeskreises (DEF), der darauf verweist, daß "sich unsere englichen Partner sehr viel Mühe bei der Vorbereitung der Spiele gegeben und auch das erste Mal Zuschüsse für eine derartige Veranstaltung erhalten haben." Kerzig läßt auch nicht gelten, daß der Oer-Erkenschwicker Stadtsportverband vor allem aus Solidarität mit den Partnern aus Halluin abgesagt hat, "denn immerhin ist die Bindung North Tyneside mit ihrer Partnerstadt Oer-Erkenschwick eine andere als die zwischen Halluin und North Tyneside."
Was die Deutsch-Engländer aber vor allem stört, "ist der Stil, mit dem der Stadtsportverband vorgegangen ist." Der DEF sei über die Absage der Spiele nicht vorher informiert worden, "bis heute wissen nicht einmal die Engländer offiziell von dieser Absage."
Kerzig machte auch deutlich, daß "der SSV-Alleingang der Partnerschaft geschadet hat."
Er will allerdings weiter das Gespräch mit dem Stadtsportverband wie mit allen Sportvereinen suchen. "Es ist klar, daß nach North Tyneside nie so viele Gruppen fahren werden wie nach Halluin, aber es gibt keinen Grund, deshalb Reisen in die englische Partnerstadt kategorisch abzulehnen, wie das Klaus-Dieter Skodell für alle Sportvereine getan hat." Skodell habe mit diesen Äußerungen der Partnerschaft schweren Schaden zugefügt. In nächster Zukunft wird der DEF mit dem zuständigen Beigeordneten Jürgen Naroska ein Gespräch über die Partnerschaft mit North Tyneside führen, anschließend will der Kreis die SPD-Fraktion zu einem klärenden Gespräch einladen.
Ein zumindest ebenso wichtiger Termin allerdings ist für den Freundeskreis der 18. Dezember. Dann spielt um 20 Uhr im Stimbergpark-Hotel die Folk-Gruppe Geraffel für Mitglieder und solche die`s vielleicht irgendwann mal werden wollen.
DEF-Brief an Netta
Absprachen wären gut
Kein Aus für Partnerspiele
OER-ERKENSCHWICK. "Wir begrüßen mit Erleichterung ihre eindeutige Stellungnahme zur Partnerschaft mit North-Tyneside. Der Deutsch-Englische Freundeskreis ist froh zu wissen, daß seine berechtigten Vermutungen über eine schrittweise Einschläferung der Partnerschaft verdrehte Tatsachen sind." schreibt der Vorsitzende des DEF, Friedrich Kerzig jetzt in einem offenen Brief an Bürgermeister Heinz Netta.
Die negative Berichterstattung als auch der Informationsvorsprung der Medien gegenüber Angelegenheiten, die den DEF betreffen hätten den Schluß zugelassen, daß "ein erheblicher Anteil von Ratsvertretern die Partnerschaft mit North Tyneside in Frage stellt." Bezogen hat sich der DEF in diesem Zusammenhang auch auf die Absage der Partnerschaftsspiele durch den Stadtsportverband ("Ohne jegliche Absprache mit uns").
"Verständnis haben müßten Sie für unser Unverständnis, daß Vereinsinstitutionen eigenmächtig ohne Rückkoppelung mit dem DEF eingegangene Verpflichtungen absagen. Wir bitten Sie recht herzlich, Vereine oder sonstige Gruppierungen in die Pflicht zu nehmen, Entscheidungen von solcher Tragweite mit dem DEF abzusprechen." Man sollte doch bedenken, welche großen Anstrengungen in North Tyneside gemacht worden seien, um durch den SSV und den DEF die Partnerschaftsspiele durchführen zu können.
"Eine Absage zu diesem Zeitpunkt und in dieser Form kann unsere Zustimmung nicht finden", betont Kerzig weiter. Man habe keinesfalls unterstellen wollen, "daß die Stadt Oer-Erkenschwick die Absage der Spiele betrieben hätte."
Hinsichtlich der Unterstützung durch die Stadt teilt der DEF Nettas Auffassung, man habe ihm durch Rat und Tat jegliche Unterstützung zukommen lassen. "Deshalb begrüßen wir Ihre Initiative, im Mai 82 nach North Tyneside zu fahren." Im übrigen sei der Vorstand des DEF nur einmal in der Partnerstadt gewesen.
"Es wäre nett, wenn Sie auch dieses Schreiben allen Fraktionen zukommen ließen, verbunden mit dem beigefügten Timer des DEF über alle Aktivitäten im Jahr 1981." schließt das offene Schreiben.
Kerzig unterstreicht, diese Briefart solle nicht als Affront gewertet werden, sondern habe nur den Zweck von der Stadt eine "klare und unmißverständliche Antwort auf unsere Zweifel" zu bekommen.

