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Stimberg Zeitung vom 26.04. 1982

Der neue Vorstand

Selbstkritisch nahm der alte und neue Vorsitzende des Deutsch-Englischen-Freundeskreises Friedrich Kerzig (3.v.r.) seine Arbeit und die des Gesamtvorstandes unter die Lupe. In Zukunft soll vieles anders werden. Um die Öffentlichkeitsarbeit wird sich als neugewählter Pressewart Peter Eisele (links) kümmern. Foto: schneider

DEF: Mehr Mut zur Lücke - Qualität statt Masse

Friedrich Kerzig wieder erster Vorsitzender / Nach langen Überlegungen zur Wahl gestellt / Fehde kein Thema mehr

Oer-Erkenschwick. Kritisch nahm der Vositzende des DEF (Deutsch-Englischer Freundeskreis) seine Arbeit und die des Gesamtvorstandes unter die Lupe. Drei Aspekte enthielt sein Jahresbericht: nach eigenem Bekunden einen positiven und zwei negative. Friedrich Kerzig, der wie einige andere Vorstandsmitglieder auch, nicht mehr kandidieren wollte, tat es schließlich ("Nach langen inneren Kämpfen.") doch

Die 27 stimmberechtigten Mitglieder die zur Jahreshauptversammlung des DEF erschienen, hörten zunächst die Berichte. Positiv, so Kerzig, sei zu erwähnen, daß der letzte Besuch aus der Partnerstadt North Tyneside ohne Pannen abgelaufen sei. Die englischen Gäste hätten sich wohlgefühlt und der DEF könne mit dem Ablauf der Begegnung zufrieden sein. Negativ sähe er die Beziehungen zum Stadtsportverband, als die Absage der Partnerschaftsspiele kam. "Einiges ist gründlich mißverstanden worden. Inzwischen konnten wir uns wieder zusammenraufen und die alte Fehde ist künftig kein Thema mehr. Für die Zukunft hoffen wir auf eine bessere Zusammenarbeit."

Die damit verbundenen Unstimmigkeiten mit der Stadt wurden ebenfalls erwähnt. Besonders bedauerte Kerzig das Verhalten des Rates in jüngster Zeit. Der DEF hätte es gern gesehen, wenn zwei oder drei Mitglieder die Ratsdelegation nach North Tyneside begleitet hätten ("Natürlich zu Lasten unseres eigenen Etats."), doch entgegen vorheriger Absprachen hätte der DEF nicht teilnehmen können.

Einen breiten Raum in der Aussprache nahm die Arbeit des letzten Jahres ein. Schlechte Organisation, mangelnde Zusammenarbeit und enttäuschte Mitglieder (die nach ein, zwei Pannen erst gar nicht mehr versuchten an DEF-Veranstaltungen teilzunehmen) hätten zu einer sehr bedauerlichen Situation geführt. Zwar habe man großen Wert auf eine Fülle von Angeboten gelegt, doch letztlich feststellen müssen, daß es dann mit der Organisation nicht so recht klappte. Qualität statt Quantität soll die Richtlinie für die zukünftige Arbeit sein. Wenige könne mehr sein. Hier soll die Zusammenarbeit mit den Freundeskreisen der Nachbarstädte Früchte tragen. Teilweise, so Kerzig, sei es aber auch recht schwierig Angebote zu machen: "Oer-Erkenschwick erinnert mich gelegentlich an an ein kleines bayrisches Dorf. Hier kommt Resonanz wo man sie nicht erwartet und umgekehrt."

Probleme gibt es auch mit der Jugendarbeit. Es sei schier unmöglich Jugendliche unter 18 Jahren in Familien unterzubringen. Eine große Rolle spielen dabei Sprachschwierigkeiten. Lernen die Schüler in Deutschland zwar Englisch, so stellt sich die Situation auf der anderen Seite des Kanals jedoch anders dar. Dort steht Französisch auf dem Stundenplan. Hinzu käme die Angst der englischen Freunde, die Verantwortung für Minderjährige zu übernehmen.

Eine Menge Arbeit wartet auf den "neuen Stamm", gilt es doch "das Boot" wieder flott zu machen. Das Ruder in der Hand behält Friedrich Kerzig, Die Geldgeschäfte führt weiterhin Elke Kersting (stellvertretender kassenwart Angelika Burow), als Schriftführerin bleibt Gerda Wiggelinghoff tätig, die von Edith Sentek unterstützt wird.

In den Organisationsausschuß wurden der Leiter der Volkshochschule Peter Eisele, Peter Knubbe, Hedwig Benning, Brigitte Schneider und Wolfgang Sentek gewählt.<+/b>

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