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Stimberg Zeitung vom 06.03. 1984

Auch für Handwerker ist Partnerstadt eine Reise wert

Englische Gäste gaben in den letzten Tagen der Partnerschaft einen kräftigen Schubs nach vorn / SPD-Fraktion reist privat auf die Insel / auch die BSG Barfuß sucht Partner

OER-ERKENSCHWICK (scho.). Sie stürzten sich vehement in den Oer-Erkenschwicker Karneval, aber sie führten auch ernsthafte Gespräche mit der Führung der Stimbergstadt: Die drei Gäste aus der englischen Partnerstadt North Tyneside hakten, so machten sie in einer Pressekonferenz am Montagmorgen deutlich, das Wochenende als lustig und nützlich zugleich ab.

Der Besuch des Bürgermeisters George Andersen, des Ratsvorsitzenden Jim Bamborough und des Stadtdirektors Brian Lincoln war nach deren eigener Auskunft sehr wichtig, und der Partnerschaft zwischen der nordenglischen 200000-Seele Stadt North Tyneside und Oer-Erkenschwick einen Stoß nach vorn zu geben. Daß in den letzten beiden Jahren von offizieller Seite etwas Ruhe herrschte, liegt nicht zuletzt an den beiden zurückliegenden Wahlen und den sehr unsicher gewordenen Mehrheiten der Labour-Partei. Jetzt allerdings sitzt Labour wieder fest im Sattel und fühlt sich - Parallelität zu den deutschen Verhältnissen – von der konservativen Regierung in London förmlich ausgebeutet. Der Einschnitt ins soziale Netz, so gestern Jimmy Bamborough, sei für die Menschen in seiner Region äußerst schmerzhaft.

Motoren der Partnerschaft

Wollten der Partnerschaft einen Schub nach vorn geben: Brian Lincon, Jim Bamborough, George Anderson, Heinz Netta (v.l.) Foto: Scholz

Es ist eine Region., in der Schiffs- und Maschinenbau, Fischfang (größter Fischhafen der Insel), aber auch Tourismus den Ton angeben. In der Stadt selbst fördert noch eine Zeche mit 700 Kumpeln, in der umliegenden Region North Sumberland fahren 8000 Bergleute ein. Ganz klar, daß bei solch einer Struktur auch die Arbeitslosigkeit groß ist: 13 Prozent der Menschen sind ohne Arbeit.

Bürgermeister Heinz Netta machte gegenüber den Gästen noch einmal die an den letzten drei Tagen gewünschten praktischen Schritte zur Verbesserung der Partnerschaft deutlich. Da ist neben den kulturellen und sportlichen Verbindungen vor allem der Schüleraustausch, der belebt werden, und der vor allem den Sinn der Partnerschaftsurkunde erfüllen soll. Dort nämlich steht die Sicherung des Friedens an oberster Stelle. Praktische Sehritte sind auch der von Josef Rawers vorgetragene Wunsch des Handwerker-Austausches zwischen Oer-Erkenschwick und North Tyneside und der Wunsch der BSG Barfuß, eine englische Werksmannschaft zu besuchen und aufzunehmen: Beide Male gilt: Wir wollen, dass die Engländer in unseren Familien und wir in deren Familien wohnen.

Heinz Netta gab diese Wünsche an den Geschäftsführer des Deutsch-Englischen-Freundeskreises, Peter Eisele, weiter. Eisele erwarb sich übrigens große Verdienste als Dolmetscher.

Übrigens: Eine große Delegation wird die Partnerstadt und die Umgebung bereits im April besuchen: die SPD-Fraktion des Rates macht privat und auf eigene Kosten einen Ausflug nach England.

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