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Stimberg Zeitung vom 12.08.1985

Wieder neuer Rekord bei VHS-Anmeldung

Freundeskreise verzeichnen Zuwächse / Frauen-Kritik

Oer-Erkenschwick ( scho. ). "Ich hätte eine Steigerung nicht mehr für möglich gehalten." Peter Eisele, der Leiter der Oer-Erkenschwicker Volkshochschule war mehr als zufrieden mit dem Ergebnis der Anmeldung für das neue VHS-Semester. Kein Wunder, brachte es während des "Eröffnungstages" am Samstag in der Stadthalle mit 711 Anmeldungen doch ein neues Rekordergebnis. Die alte "Bestmarke" stand bei 694 und stammt aus dem Januar dieses Jahres.
Interessant ist bei dieser Zahl, daß nur acht Kurse ausgebucht sind, daß die Streuung auf die einzelnen Kurse also breiter ist als in der Vergangenheit. Nicht mehr zu besetzen sind vier Mini-Clubs ( nur im Club III mit der Nummer 0509 sind noch wenige Plätze frei ), der Spiel und Lesetreff für Kinder ( 0511 ), das Eltern- und Kind Turnen ( 0531 ), das autogene Training ( 1003 ) und das Krafttraining für Erwachsene ( 1024 ). Alle anderen Kurse stehen Interessenten noch offen, von Montag bis Freitag sind von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr in der VHS-Geschäftsstelle ( im Gebäde der Stadtbücherei ) noch Anmeldungen möglich.
Eingebettet war die VHS-Anmeldung auch diesmal wieder in die "Kulturbörse", an der sich elf Vereine und Verbände, zwölf VHS-Dozenten und 23 Einzelanbieter beteiligten. Sie präsentierten sich und ihre Anliegen auf mehr oder minder originelle Weise und trugen so zum Gelingen dieser "Leistungsschau" Oer-Erkenschwicker Kulturlebens bei.
Auffallend war der relativ breite Raum, den sogenannte Frauenthemen einnahmen. Frauentheater, Frauen-Fotoausstellung, Frauencafe, Bücherlesung von Frauen - "mein Gott, was sich alles aus dem Frauen-Kaffeeklatsch des letzten Semesters entwickelt hat", meinte denn auch ein Besucher, der seinen Respekt nicht verhehlen wollte. Trotzdem gab es Kritik am Frauentheater - und das vor allem von Geschlechtsgenossinnen, die den Akteuren vorwarfen, weit hinter dem derzeitigen Stand der Emanzipationsdiskussion und vor allem der - Strategie zurückzubleiben. Allein mit -teilweise recht veralterten - Zustandsbeschreibungen weiblicher Unterdrückung und weiblichen Rollenverständnis sei es nicht getan, lautete die Kritik , die allerdings dem Schreiber dieser Zeilen genauso allgemein und vereinfachend erschienen wie weite Teile der Stiefmütterchen-Texte. Aber was will man/frau von einem Journualisten erwarten, der sich über das Schimpfwort "Chauvie" nicht mal ärgern kann.
Nicht ganz zufrieden waren die Aussteller und Anbieter im großen Saal der Stadthalle, wo der mangelnde Besucherfluß kritisiert wurde. VHS-Leiter Peter Eisele: "Wir hatten mehr Kinder für unseren Trödelmarkt erwartet. Mit deren Ständen wollten wir eine Verbindung zum großen Saal schaffen. Leider ist uns das diesmal noch nicht gelungen."

Bagpiper

Keinen Grund zur Klage hatten dagegen die drei Freundeskreise. Die Oer-Erkenschwicker, die sich besonders um freundschaftliche Beziehungen mit Halluin, North Tyneside und Michigan bemühen, konnten am Samstag samt und sonders Neuaufnahmen verbuchen.
Angelockt wurden die Interssenten nicht zuletzt durch Spezialitäten des jeweiligen Landes. Drei Räder französischen Käses und Rotwein sowie englischer Tee mit Gebäck und Sandwiches luden zum Naschen ein.
Auffallend war allerdings in dem sonst so abgerundeten Treiben, daß der Stadtsportverband weder durch Stände noch durch Plakate vertreten war. Der Grund dafür ist vielleicht in den zahlreichen Vorbereitungen für das Spielfest des SSV am kommenden Wochenende zu suchen.



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