Stimberg Zeitung vom 24.10.1988
"Initiative muß von uns ausgehen"
DEF-Mitglieder diskutieren in North Tyneside Probleme der Städtepartnerschaft
Oer-Erkenschwick ( -mü- ). Recht lebendig ( siehe Bild unten ) gestaltet sich momentan
der Kontakt zwischen North Tyneside und Oer-Erkenschwick. Dennoch hat die Freundschaft mit großen
Problemen zu kämpfen. Am vergangenen Freitag kehrten sieben Mitglieder des Deutsch-Englischen-Freundeskreises
( DEF ) aus England zurück. Die Gruppe um DEF-Geschäftsführer Volker Fleischmann nutzte
ihren Aufenthalt in der Partnerstadt am Tyne, um mit Vorstandsmitgliedern des dortigen Freundeskreises
über die bestehenden Schwierigkeiten zu reden.

Die große Entfernung zur Partnerstadt ist nur einer der problematischen Punkte. Durch den weiten Anfahrtsweg
entstehen natürlich hohe Fahrtkosten, was die Engländer, die dafür von ihrer Gemeinde keine
Zuschüsse erhalten, manchmal in Schwierigkeiten bringt.
Trotz aller Probleme wollen die Briten aber an der Partnerschaft festhalten. Volker Fleischmann: "Uns wurde
versichert, daß man in North Tyneside weiterhin an einer intensiven Freundschaft auf breiter Basis interessiert ist".
Das Problem der Engländer liegt auch darin, daß ihr kleiner Freundeskreis gleich für eine französische,
eine dänische und zwei deutsche Partnerstädte ( OE und Mönchengladbach ) zuständig ist. "Die sind natürlich
hoffnungslos überlastet", macht der DEF-Geschäftsführer deutlich. Der englische Freundeskreis muß nicht nur
die Besuche der einzelnen Delegationen aus den vier Städten koordinieren, sondern auch für alle
Besuchergruppen Gasteltern finden. "Wir sind daher der Auffassung, daß deshalb im Sinne der Partnerschaft viel
Initiative von uns ausgehen muß". So hofft der DEF auch, daß auf offizieller politischer Ebene als
nächstes ein Besuch Oer-Erkenschwicker Kommunalpolitiker in North Tyneside stattfinden wird. "Das wäre
sehr wichtig. Denn die alte "Kohle-Garde", die damals die Partnerschaft ins Leben gerufen hat, ist schon so gut wie
aus dem Parlament verschwunden. Die Nachfolger sind zwar an einem Fortführen der Freundschaft interessiert, aber
auch hier sollte ein neuer Anstoß ruhig von uns kommen", wünscht sich Fleischmann.
Eine schlechte Nachricht hatten die DEFler für die Spielvereinigung im Gepäck. Aus einem Freundschaftsspiel der Spvgg-A-Jugend
gegen ein britisches Team wird vorläufig nichts. Der Kontakt sollte ursprünglich zu "Whitley Bay" hergestellt werden.
Aber dieser Club hat keine A-Jugend. Das erfuhren die Oer-Erkenschwicker am Rande eines Gesprächs mit dem Klub, dem
sie auch den lange versprochenen Wimpel von von Borussia Dortmund und den der Spielvereinigung überreichten. Jetzt soll ein neuer Verein gesucht werden.

