Stimberg Zeitung vom 25.09.1989
Wir lassen in Oer-Erkenschwick Freunde zurück
Nur geringe Resonanz beim Galaabend des Deutsch-Englischen-Freundeskreises ( Auszug )
Oer-Erkenschwick. Mit einem Empfang im Rathaus begann am Samstag morgen ein festliches Wochenende, das stark
geprägt war von ausländischen Gästen in der Stimbergstadt. Bürgermeister Clemens Peick hob
hervor, daß die Stadt mit Freude ihre Gäste beherberge und daß damit ein Beitrag zu Frieden
und Freundschaft geleistet werde.

Aus England kamen sechs Mitglieder des Rates in North Tyneside und zehn weitere Freunde des Deutsch-Englischen-Freundeskreises.
Abends in der Stadthalle wurde dann mit einem dreistündigen Programm und anschließendem Tanz gefeiert.
Nur in der Oer-Erkenschwicker Bevölkerung war diese Geburtstagsfeier des Freundeskreises nicht auf die richtige
Resonanz gestoßen, so daß die Engländer mit ihren deutschen Freunden fast unter sich feiern mußten.
Das Programm, das die Deutschen organisiert hatten, hätte allerdings ein größeres Publikum verdient.
Mrs. Edna Benett, die englische Bürgermeisterin, eröffnete zusammen mit ihrem Amtskollegen Clemens Peick diese
Abendveranstaltung. Die britische Vizekonsulin, Mrs. Suzann Speller, war extra für diesen Abend nach Oer-Erkenschwick
gekommen und betonte in ihrer Rede die Bedeutung, die Städtepartnerschaften vor allem für die Jugend haben.
Heinz Netta gab in seiner Rede einen kurzen Rückblick auf die Entstehung der Städtepartnerschaft und auf die
vielen Umwege, bis es endlich zu der Partnerschaft gekommen ist.
Unterbrochen wurden die vielen Reden vom Vocal-Ensemble des städtischen Gymnasiums, das ein englisches Madrigal
aus dem 17. Jahrhundert vortrug. Kurz faßte sich Dave Moore, der Vorsitzende des englischen Freundeskreises,
überreichte dafür aber eine typisch englische Torte, hübsch bunt. Violetta Harris, die Frau des
stellvertretenden Vorsitzenden des englischen Kreises, hatte dieses Kunststück gebacken und als Verzierung
mit dem Wappen von North Tyneside und Oer-Erkenschwick versehen. Da sich solch ein Gebäck nun mal nicht lange hält
und es auch schon die hindernisreiche Fahrt von England überstehen mußte, wurde die Torte sofort angeschnitten
und dem Publikum serviert.
Viel Beifall ernteten Cordula Friedrich-Hepding und Edgar Michel mit ihrer Darstellung von "Dinner for one". Ein Raunen
ging durch das Publikum, als Butler James bei einem seiner gekonnten Stolperer über das Löwenfell wirklich
stürzte und sich dabei verletzte. Unbeeindruckt von seiner blutenden Schläfe spielte er den Sketch aber gemeinsam
mit seiner Partnerin bis zum Schluß weiter
Warten mußten die Zuschauer auf "The Rhine Area Pipes and Drums", die schottische Dudelsacktruppe.
Die sechs Männer hatten zuvor noch einen Auftritt in Köln und standen erst gegen 23 Uhr auf der Oer-Erkenschwicker
Bühne. Die Pause wurde aber von den "Musicajos" aus Waltrop mit Musik gefüllt, was viele sofort zum Tanzen
nutzten. Immerhin, die letzten Gäste fanden den Weg nach Hause erst um 3 Uhr morgens.
Trotzdem waren sie am Sonntagmorgen alle wieder dabei, als Edna Benett im Kleingarten-Verein "Arbeit und Freude" eine
Tafel überreichte, die als Freundschaftszeichen neben die Tafel aus Halluin auf die Freundschaftswiese des Vereins gesetzt wurde soll.

