WAZ vom 24.09.1992
DEF macht ein Angebot mit "Haken und Ösen"
Freundeskreis will der Stadt ausrangierten Bus schenken - Nutzung als Spielbus vorgeschlagen
"Zu schade für die Tonne" meinte der DEF mit Blick auf den Reisebus der britischen Tanzgruppe,
der im August in der Stimbergstadt den "Geist aufgab". Das "Erbstück" möchte der DEF
der Stadt schenken - vielleicht als Spielbus mit wechselnden Einsatzstellen. waz-Bild: Bauer
Ein auf den ersten Blick eher ungewöhnliches Angebot unterbreitet der DEF ( Deutsch-Englischer-Freundeskreis )
der Stadt: Der Verein möchte einen Bus verschenken. Natürlich eine Angelegenheit nicht
ohne Vorgeschichte.
Die nahm ihren Anfang im August, als sich in der Zeit vom 11. bis 29. August das Jugendtanztheater Dance Kaleidoscope
aus der Partnerstadt North Tyneside als Gast des DEF in Oer-Erkenschwick aufhielt. Die Gruppe absolvierte vier
öffentliche Auftritte, von den Zuschauern jeweils mit viel Beifall bedacht. Pech hingegen hatten sie mit
ihrem Reisebus, der in dieser Zeit mit irreparablem Motorschaden liegen blieb.
Der Bus ist zur Zeit auf dem Bauhof abgestellt. Da es sich weder lohnt, aus England einen neuen Motor kommen
zu lassen, noch das Fahrzeug dorthin zu schleppen, geht der Bus in den Besitz des DEF über. "Obwohl der
Bus bereits 18 Jahre alt ist, kann der äußere und innere Zustand durchaus noch als
zufriedenstellend bezeichnet werden", erklärte der DEF-Vorsitzende Rainer Maschke.
Für "die Tonne" sei der Bus nun wirklich zu schade. Deshalb unterhielt sich der DEF-Vorsitzende inzwischen
mit dem stellvertretenden Bürgermeister Herbert Lowens über eine mögliche Verwendung. Ergebnis dieses
Gesprächs; der DEF bietet das Gefährt der Stadt als Geschenk an. Maschke: "Denkbar wäre eine
Nutzung als Spielbus. Sicherlich wären dazu einige Veränderungen notwendig, wie zum Beispiel der Umbau
der Sitze zu Sitzgruppen, der Einbau eines Behälters für Spiele, ein neuer Außenanstrich und ähnliches.
"Da der Bus nur noch geschleppt werden kann, könnte er sicherlich nur tageweise und bei dafür geeigneten
Aktionen genutzt werden. Von einer festen Installierung auf einem öffentlichen Spielplatz ohne jegliche Bewachung
oder Betreuung würde ich abraten. Die Gefahr mutwilliger Beschädigung erscheint mir dort zu groß.
Als fester Standort könnte vielleicht das Gelände eines der Träger der örtlichen ToT-Heime in Frage
kommen. Dort böte er Kindern einen interessanten aufenthaltsraum bei Regenwetter". Rainer Maschke ist sich
durchaus im klaren darüber, daß es sich um ein Angebot mit "Haken und Ösen handelt.

