WAZ vom 25.09.1992
Drei Freundeskreise machen für die Jugend "gemeinsame Sache"
Erstes Projekt soll im nächsten Sommer starten
Gemeinsame an einem Tisch saßen die Vorsitzenden der drei Freundeskreise. Von links:
Barbara Teske, 2. DEF-Vorsitzende, Elvira Münstermann 2. Vorsitzende vom Freundeskreis Lübbenau,
Rainer Maschke DEF-Vorsitzender, Peter Raudszus, DFF-Vorsitzender und Hanno Lange, DFF-Vorstandsmitglied.
waz-Bild: Bauer
( BG ) Hand in Hand zusammenarbeiten wollen die Freundeskreise in Oer-Erkenschwick bei einem Jugendprojekt,
das für die nächsten Sommerferien geplant ist.Erstmals sitzen sie an einem Tisch und wollen ein gemeinsames
Projekt auf die Beine stellen, die Freundeskreise Deutsch-Englisch ( DEF ), Deutsch-Französisch ( DFF ), und
Lübbenau. Treffen sollen sich Jugendliche aus den Partnerstädten North Tyneside, Halluin, der befreundeten
Stadt Lübbenau und Oer-Erkenschwick. Geplant ist eine Ferienfreizeit, vielleicht mit Sportprogramm.
In der letzten Woche sprachen die Vorsitzenden der Freundeskreise zum ersten Mal über ihre Idee, "gemeinsame Sache"
zu machen. "In Lübbenau ist es auch zu Ausschreitungen gegen Ausländer gekommen, in Halluin gab es ein knappes
"Nein" zu Europa. Da haben wir uns überlegt, wo können wir ansetzen" sagte der Vorsitzende vom DEF,
Rainer Maschke, am Dienstag abend bei einem Pressegespräch.
"Wir möchten helfen, das Info-Defizit über Europa abzubauen, da ist gerade der Sport ein guter Ansatzpunkt", so
der Vorsitzende des DFF, Peter Raudszus. Gedacht ist im Moment daran, daß aus jeder Stadt 15 Jugendliche zur
Ostsee fahren und dort einen Segelschein machen können.
Die Jugendlichen sollen zwischen 14 und 16 Jahren alt sein, gemeinsam mit ihren Betreuern in einem Haus wohnen und die
Segelboote "international" besetzen. So soll von Anfang an vermieden werden, daß die Gruppen aus den einzelnen
Städten "unter sich" bleiben. Die Jugendlichen können dann hautnah andere Sitten und Gebräche erleben,
zum Beispiel beim gemeinsamen Essen.
Diese ersten Vorstellungen zu der Ferienfreizeit sollen in den nächsten Wochen konkreter werden. Die
Freundeskreise müssen zunächst die Ferientermine in den Städten vergleichen und einen gemeinsamen
Termin finden. Dann wird genauer festgelegt, wo die Freizeit stattfindet. Erst dann können sich interessierte Jugendliche melden.

