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Stimberg Zeitung vom 29.04. 1993

Stadt kürzt Freundeskreisen die Mittel

Oer-Erkenschwick. Knallhart hat gestern die Stadtvertretung eine Auseinandersetzung, zwischen dem Deutsch-Englischen Freundeskreis (DEF) und dem Bürgermeister beendet Wie die Stimberg Zeitung am Mittwoch berichtete, hatte der DEF einen Antrag des Bürgermeisters um einen Zuschuß über 1000 Mark für die „Spiele der Freundschaft“ zu Pfingsten in Halluin negativ beschieden, weil dies der Satzung des Vereins widerspreche. Dadurch würde man sich als eingetragener, bezuschussungsfähiger Verein strafbar machen.

Gestern stärkte die SPD-Fraktion dem Bürgermeister den Rücken, indem sie gegen die Stimmen von CDU und Grüner Liste die Zuschüsse für die drei Freundeskreise schlicht um 3000 Mark kürzte. Man wolle so dem Deutsch- Englischen Freundeskreis helfen, satzungsgemäß zu verfahren, erklärte SPD-Sprecher Karl-Heinz Rusche, der zugleich deutlich darauf verwies, daß sich bei den Mitteln für die Freundeskreise um freiwillige Zahlungen der Stadt handelt. Dem anwesenden DEF-Vorsitzenden, dem Grünen Ratsmitglied Rainer Maschke, muß dies wie reiner Hohn vorgekommen sein.

Der Lübbenauer Freundeskreis und der Deutsch-Französische Freundeskreis hatten nach - teilweise kontroversen Debatten in ihren Vorständen - der 1000-Mark-Spende bereits zugestimmt. Der Englische Freundeskreis dagegen bestand auf einem Antrag des Stadtsportverbandes, der seit jeher federführend bei den Spielen der Freundschaft ist. Allerdings weigerte sich der SSV, einen solchen Antrag zu stellen, denn, so Vorsitzender Klaus Skodell im Vorfeld, „wir handeln nur auf Bitte der Stadt".

Anwesend bei der gestrigen Debatte waren die Vorsitzenden aller drei Freundeskreise. Wenn sie richtig zugehört haben, dann ahnen sie, daß sie weitere Kürzungen ihrer Etats zu befürchten haben. Die wurden ohnehin schon von 10000 auf 8000 Mark zusammengestrichen, und die jetzt abgezogenen 1000 Mark werden wohl auch für alle Zeit verschwunden sein. Der Bürgermeister ließ sogar durchblicken, daß im kommenden Jahr - je nach Haushaltslage - weitere Streichungen möglich sind. Und Karl-Heinz Rusche winkte mit dem Zaunpfahl, als er auf den Partnerschaftsverein in Haltern hinwies. Dieser Verein ist für die Betreuung aller Halterner Partnerstädte zuständig und zudem noch für die Kontakte zum Paten-Flußpionierboot Mars. Für die Oer-Erkenschwicker Freundeskreise, so argumentieren sie, eine undenkbare Konstellation. Gerade ihre Eigenständigkeit fördere die Partnerschaft am besten.

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