WAZ vom 27.05.1993
Impulse für die Partnerschaft
North Tyneside legt Wert auf die Städtpartnerschaft
( ach ) Eine Woche lang waren jetzt 18 Mitglieder und Freunde des Deutsch-Englischen-Freundeskreises
zu Besuch in der Partnerstadt North Tyneside. Mit Freude und auch einiger Genugtuung hörten die
Gäste Bürgermeisterin Muriel Green zu, als sie in ihrer Begrüßungsansprache betonte,
ihre Stadt lege großen Wert auf die Freundschaft mit Oer-Erkenschwick. Und dafür sei man
bereit, Opfer zu bringen.
"Auch in North Tyneside macht sich die schlechte wirtschaftliche Lage bemerkbar", berichtet Hans-Hermann
Neuburg, Geschäftsführer des DEF, nach der Rückkehr. "Da die Werft einen großen
Auftrag nicht bekommen hat, müssen 420 Leute entlassen werden. Auch der Schwerindustrie geht es
schlecht", fuhr Neuburg fort.
Einer der Höhepunkte für die in Privatquartieren untergebrachten Reisenden im Alter zwischen
16 und 80 Jahren sei der Besuch eines Trinkwasserreservats gewesen. Für Hermann Thomann war besonders
eine Kristallmanufaktur beeindruckend, die auch an den königlichen Hof liefert: "Man traut sich kaum,
ein solches Glas anzufassen".
Mode der in den 60er und 70er Jahren berühmten Firma Biba bewunderten besonders die Jüngeren in einer
Ausstellung der Laing Art Gallery. "Meine Töchter haben sich gleich mit Mode in diesem Stil eingedeckt",
sagt Neuburg noch in Erinnerungen schwelgend lachend.
Besonders nett aber fand er die Abschiedsfeier. Die englischen Gastgeber hatten nämlich keinesfalls
seinen 50. Geburtstag vergessen. Und das, obwohl ihnen die Oer-Erkenschwicker zuvor den Darts-Pokal abgenommen haben.

