WAZ vom 01.06. 1994
Partnerverein sollen den
Mangel selbst verwalten
Maßgabe: Gespräch über städtische Mittel führen
Deutlich abgeschmolzen wurde der städtische Zuschuß an die vier Partnerschaftsvereine , die in diesem Jahr mit 20 000 DM über die Runden kommen müssen. Das sind unterm Strich 12 000 DM weniger als bisher. Rein rechnerisch stünden also jedem Verein noch 5 000 DM für die Arbeit zur Verfügung.
Rein rechnerisch und theoretisch , denn bisher ist noch nicht geklärt, wie der Zuschuß verteilt wird. Den Mangel sollen die Vereine selbst verwalten, stellt sich der Rat die Lösung vor. Im Gespräch sollen die Freundeskreise DFF (Deutsch-Französischer), DEF (Deutsch-Englischer), DSF (Deutsch-Slowenischer) und der Lübbenauer Richtlinien für die Vergabe der Mittel erarbeiten, was jedoch noch nicht geschehen ist.
Ganz sicher, so der DEF-Vorsitzende Rainer Maschke auf Nachfrage der WAZ, dürfe man daraus nicht den Schluß ziehen, daß die Vereine noch im Geld schwämmen und auf den Zuschuß gut verzichten könnten. "Ganz im Gegenteil", so der Vorsitzende, der seinen Schatzmeister zwar noch "flüssig" weiß, doch spätestens für die großen Termine nach den Sommerferien das Geld dringend benötigt. "Ich hoffe sehr", so Maschke, "daß dieses Gespräch nun bald realisiert wird. Einige Anläufe hat`s schon gegeben, doch es kam wohl immer wieder etwas dazwischen."
Von seinem Vorstand hat er den Auftrag, in dem Gespräch dafür zu plädieren, daß die 20 000 DM schlicht durch vier geteilt werden sollten. "In den Richtlinien, die wir für das Gespräch erarbeitet haben", erläutert Maschke, "ist das auch näher erklärt. Wir halten es für ausgesprochen schwierig, so etwas wie Qualitätsmerkmale für die Partnerschaften zu entwickeln." Jede der Partnerschaftenhabe ihre Besonderheiten, ist Maschke überzeugt, und jeder Verein leiste auf seine Weise gute Arbeit. "Wollen wir jetzt formale Vergabekriterien entwickeln, so würde das der Realität nicht gerecht." Der DEF fürchtet, ein Punkt der im Lübbenauer Freundeskreis und im DSF ähnlich gesehen werde, eine künstliche Konkurrenzsituation, wenn "über einen Sockelbetrag X hinaus für die restliche Zuschüsse Anträge gestellt" werden müßten. "Da schaffen wir Probleme, wo es derzeit keine gibt."
Eine Vorstellung, der der DFF so nicht folgen kann. Vorsitzender Peter Raudszus: "Dieses Gespräch muß in der Tat bald geführt werden. Wir halten jedoch nichts davon, den Zuschuß einfach zu teilen. Da kommen dann die Vereine, die ausgesprochen viele Begegnungen unterstützen, zu kurz." Man müsse sich darüber austauschen.
Dem widerspricht der DEF-Chef. Gespart werden müsse ohnehin, so Maschke mit Hinblick auf die 3 000 DM weniger in der Vereinskasse. Doch hätten die vier Partnerschaftsvereine jeweils "ihr Viertel", hätten sie zumindest eine feste Größe, mit der sich "arbeiten und sparen" ließe. Er setzt auf das baldige Gespräch der Betroffenen, damit die offenen Fragen geklärt werden können. hes

