WAZ vom 01.06.1996
Partnervereine sollen den Mangel selbst verwalten
Maßgabe: Gespräch über städtische Mittel führen
Deutlich abgeschmolzen wurde der städtische Zuschuß an die vier Partnerschaftsvereine,
die in diesem Jahr mit 20 000 DM über die Runden kommen müssen. Das sind unterm Strich 12 000 DM weniger
als bisher. Rein rechnerisch stünden also jedem Verein noch 5 000 DM für die Arbeit zur Verfügung.
Rein rechnerisch und theoretisch, denn bisher ist noch nicht geklärt, wie der Zuschuß verteilt wird. Den
Mangel sollten die Vereine selbst verwalten, stellte sich der Rat die Lösung vor. Im Gespräch sollten die
Freundeskreise DFF ( Deutsch-Französischer-Freundeskreis ), DEF ( Deutsch-Englischer-Freundeskreis ), DSF (
Deutsch-Slowenischer-Freundeskreis ) und der Lübbenauer Richtlinien für die Vergabe der Mittel erarbeiten, was
jedoch noch nicht geschehen ist.
Ganz sicher, so der DEF-Vorsitzende Rainer Maschke auf Nachfrage der WAZ, dürfe man daraus nicht den
Schluß ziehen, daß die Vereine noch im Geld schwämmen und auf den Zuschuß gut verzichten könnten.
"Im Gegenteil", so der Vorsitzende, der seinen Schatzmeister momentan zwar noch "flüssig" weiß, doch
spätestens für die großen Termine nach den Sommerferien das Geld dringend benötigt. "Ich hoffe sehr",
so Maschke, daß dieses Gespräch nun bald realisiert wird. Einige Anläufe hat es schon gegeben, doch es
kam wohl immer wieder etwas dazwischen".
Von seinem Vorstand hat er den Auftrag, in dem Gespräch dafür zu plädieren, daß die 20 000 DM
schlicht durch vier geteilt werden sollten. "In den Richtlinien, die wir für das Gespräch erarbeitet haben",
erläuterte Maschke, "ist das auch näher erklärt. Wir halten es für ausgesprochen schwierig, so
etwas wie Qualitätsmerkmale für die Partnerschaften zu entwickeln". Jede der Partnerschaften habe ihre
Besonderheiten, ist Maschke überzeugt und jeder Verein leiste auf seine Weise gute Arbeit. "Wollten wir jetzt
formale Vergabekriterien entwickeln, so würde das der Realität nicht gerecht". Der DEF fürchtet, ein Punkt
der im Lübbenauer Freundeskreis und im DSF ähnlich gesehen werde, eine künstlich geschaffene
Konkurenzsituation, wenn "über einen Sockelbetrag X hinaus für die restlichen Zuschüsse Anträge
gestellt" werden müßten. "Da schaffen wir Probleme, wo es im Moment keine gibt".
Eine Vorstellung, der der DFF so nicht folgen kann. Vorsitzender Peter Raudszus: "Diese Gespräch muß in der
Tat bald geführt werden. Wir halten jedoch nichts davon, den Zuschuß einfach zu teilen. Da kommen dann die
Vereine, die ausgesprochen viele Begegnungen unterstützen, zu kurz". Man müsse sich darüber austauschen.
Dem widersprach der DEF-Chef. Gespart werden müsse ohnehin, so Maschke mit Hinblick auf die 3 000 DM weniger in der Vereinskasse.
Doch hätten die vier Partnerschaftsvereine jeweils "ihr Viertel", hätten sie zumindest eine feste Größe,
mit der sich ""arbeiten und sparen ließe. Er setzt auf das baldige Gespräch der vier Betroffenen, damit die
offenen Fragen geklärt werden können. hes

