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WAZ vom 31.07.1996

Lernen und träumen

Im Garten setzen sich die Familien Hollenhorst und Milner abends nach ihren Tagestouren zusammen. Als Gastgeschenk brachten Milners Bilder ihrer Heimat mit ( im Bild auch Rainer Maschke ) waz Bild : Schönebeck

Alle lernen dazu und trämen auf englisch

Kontakt über Freundeskreis bekommen

Eigentlich sollte nur Tochter Nadine Englisch lernen aber jetzt lernen alle etwas dazu. Englisch, Deutsch, die Lebensarten zweier Länder und eine Menge Gastfreundschaft kennen. Die englische Familie Milner ist zu Gast bei den Oer-Erkenschwickern Hollenhorst.

Den Anstoß für die Freundschaft von Milners aus Whitley Bay bei North Tyneside und den Hollenhorsts lieferte der Deutsch-Englische-Freundeskreis. "Vor eineinhalb Jahren suchten wir nach einer englischen Brieffreundin für unsere Tochter", erläuterte Joachim Hollenhorst. Sie wandten sich an Rainer Maschke, den Vorsitzenden des Freundeskreises, denn, "wir wollten keinen in Wales oder Schottland, er sollte sich in unserer Partnerstadt umhören".

Über den Musiklehrer Burt Ballantine, der auch schon in der Stimbergstadt war, kam der Kontakt zu Katy Milner zustande. Ballantine unterrichtete Katys jüngere Schwester Sarah. Kurz, Katy und Nadine, jetzt beide 15 Jahre alt, schrieben sich. Nadine immer einen Brief in doppelter Ausführung, einen erhielt sie korrigiert zurück.

Im vergangenen Jahr besuchte dann Nadine Milners für drei Wochen, ging sogar dort zur Schule. Ihre Eltern und ihre beiden jüngeren Schwestern begleiteten sie für ein paar Tage . Von der englischen Gastfreundschaft schwärmt Joachim Hollenhorst noch heute. "Selbst in den Pubs wurde man sofort miteinbezogen".

Nun sind David und Christine Milner mit ihren Töchtern Katy und Sarah ( 12 ) hier. Und haben schon viel gesehen. Detmold etwa, dort war David Milner 1973 stationiert. Seine Frau Christine sah endlich die Stadt, die sie nur aus Briefen kannte. Sie besuchten das Sauerland, den Möhnesee, Bochum, das Schiffshebewerk Henrichenburg, Paderborn und die Wewelsburg. Was besonders Katy spannend fand,weil sie im Unterricht gerade noch Über den Nationalsozialismus gesprochen hatten.

Oer-Erkenschwick gefällt Milners gut. Diese Verbindung von Stadt und Land. Geradezu ins Schwärmen geraten sie von den Radtouren, das sei bei den schmalen Straßen in England nicht möglich. "Jeden Tag gibt es ein anderes typisch deutsches Gericht", sagt Hollenhorst. Angesichts von Gulasch und Eisbein Marianne Hollenhorsts hat Christine schon ein deutsches Wort gelernt, "lecker".

Donnerstag fliegen Milners wieder nach Hause. Dann sind sicher beide Familien um einige Erfahrungen reicher. Joachim Hollenhorst jedenfalls konnte sein Englisch ganz schön aufbessern: "Ich träume schon auf Englisch". rea




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