Stimberg Zeitung vom 27.08. 1998
Bunte Stilmischung aus
Tänzen und Kostümen
DANCE KALEIDOSKOPE: Bandbreite von Ballett bis Volkstanz
Der Name ist Programm. Die Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe "Dance Kaleidoscope" unterhielten ihr Publikum im wahrsten Sinne des Wortes mit "einer bunten wechselnden Bilderfolge, einem Kaleidoskop.
Im Rahmen ihres zweistündigen Programms brachten die Gäste aus der englischen Partnerstadt North-Tyneside am Dienstagabend Folklore, jazzdance und klassische Balletteinlagen in wohldosiertem Wechsel auf die Bühne der Stadthalle. Aber nicht nur die Musikstile, auch die jeweiligen Herkunftsländer der Tänze änderten sich. Schottische, walische und irische Folklore war ebenso vertreten wie Stepptanz, Mambo, Samba, Limbo und Can-Can.
Besonders die flotten Showeinlagen wußten die rund 100 Zuschauer - das Fußballspiel der Spielvereinigung gegen Borussia Dortmund hatte kurzfristig für Konkurrenz gesorgt - zu begeistern. Aber auch die Ballettstücke und die verschiedenen Volkstänze dokumentieren die Bandbreite der Ausbildung, die die 29 Tänzer derzeit bei der Ballettmeisterin Gillian Quinn absolvieren. „Dance Kaleidoscope" unterstreicht seine Tanzdarbietungen durch vielfältige Kostümwechsel. Rainer Maschke vom Deutsch-Englischen-Freundeskreis, der diese Veranstaltung initiiert hatte, vermittelte durch seine Moderation wichtige Informationen zu den einzelnen Darbietungen.
Insgesamt ein gelungener Abend. Und die meisten Besucher werden mit Vize-Bürgermeister Herbert Lowens übereinstimmen, der bekundete „Es war die richtige Entscheidung, nicht zum Fußball zu gehen". -Iwo
„Schon als Kind wollte ich Tänzerin werden"
Gillian Quinn, Leiterin der Gruppe „Dance Kaleidoscope" aus North-Tyneside, über das Tanzen und das Touren sowie über ihre Familie und ihre Tanzschule.
Wann haben Sie die Gruppe „Dance Kaleidoscope" ins Leben gerufen?
Das war im Jahr 1964. Ich wollte meinen Schülern die Möglichkeit geben, Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln. So kamen wir zu den ersten Auftritten in England. Seit 1975 touren wir auch durch andere Staaten. So waren wir bereits in vielen europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten mit unserem Programm zu sehen - und mittlerweile zum dritten Mal in Oer-Erkenschwick. Ende der Woche treten wir im „Euro-Disney"-Park in Paris auf.
Worin bilden Sie ihre Schüler aus?
Wir bieten eine umfassende Tanzausbildung, das heißt, die jugendlichen lernen nicht nur die klassichen Ballettfiguren, sondern auch moderne Tänze und Folklore. Die jüngeren trainieren einmal pro Woche, die älteren, die sich zu einem Vollzeitstudium entschlossen haben, täglich.
Was bedeutet Tanzen für Sie?
Alles! Tanzen ist mein Leben. Schon als kleines Mädchen wollte ich Tänzerin werden. Allerdings bestand mein Vater darauf, daß ich zuerst die Schule beende. Danach gab es aber für mich nichts anderes mehr als Tanzen.
Woher haben Sie die schöne Kostüme?
Alles selbstgemacht. Wir haben nur einen kleinen Etat zur Verfügung, unsere Auftritte finanzieren wir selbst. Ebenso die Ausgaben für den Tour-Bus mit dem wir unterwegs sind.
Wieviele Kostüme haben sie jetzt dabei?
Ungefähr 1000 Einzelstücke. von den 29 Tänzern hat jeder mindestens sechs Grundausstattungen, dazu kommen
die Accessoires.
Nicht nur ihr Ehemann, auch ihre beiden Töchter und ihre siebenjährige Enkeltochter Kay haben bei dem Auftritt mitgewirkt. Ist das ein Familienunternehmen?
In gewissem Sinne ja. Mein Mann ist Sänger und hat darüber hinaus eine Ausbildung als Bühnentechniker absolviert. Das machen wir uns zunutze. Daß meine Töchter und meine Enkelin ebenfalls Spaß am Tanzen haben und mich unterstützen, freut mich sehr. Außerdem ist die Familie dadurch häufiger zusammen -iwo

