Stimberg Zeitung vom 09.09.2000
Von Partnern an Tyne und Oder ...
BESUCH: Engländer kommen und Polen laden Peick ein
Vom 14. bis 16. September gibt es wieder mal ein Zusammentreffen mit Oer-Erkenschwickern und einer Delegation aus der englischen Partnerstadt North Tyneside. (sz berichtete gestern). Halloween ursprünglich um 1840 von irischen Einwanderern nach Amerika importierte Brauch, erfreut sich in den letzten Jahren in Deutschland wachsender Beliebtheit. Zum Halloween-Abend lädt nun auch der DEF ein.
VON EBERHARD SCHOLZ
Der Kontakt gestaltet sich nicht einfach, was vor allem an der Geldknappheit der Stadt an der Tynemündung und einer Eigenart der englischen Kommunalverwaltung liegt. Der Bürgermeister nämlich wird dort nur für ein Jahr gewählt, und das macht es natü,rlich nicht leichter, eine repräsentative Ansprechperson für Dinge des Austausches zu finden.Außerdem ist es für Oer-Erkenschwick nicht von Vorteil, dass North Tyneside mit Mönchengladbach eine weitere deutsche Partnerstadt hat.
Die Engländer klinkten sich auch aus den gemeinsamen Veranstaltungen und Treffen des Städtebundes Halluin (Frankreich), Kocevje (Slowenien), Lübbenau (Brandenburg), Oer-Erkenschwick, North Tyneside und Pniewy (Polen) aus. Grund der Abstinenz soll vor allem die Ebbe in der Stadtkasse sein. Der Norden des Inselreichs mit seinen enormen Strukturproblemen gehört nun mal zu den ärmeren Regionen in Elisabeths Reich.
Weiterhin gute Kontakte zur Spreewaldstadt Lübbenau erhoffen sich Bürgermeister Peick und der Freundeskreis Lübbenau-Oer-Erkenschwick. In wenigen Tagen jährt sich zum zehnten Mal die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages, der später in einen Freundschaftsvertrag umgewandelt wurde.
Einheit kühlt ab
Die Entwicklung hin zur deutschen Einheit ließ die Euphorie der Partnerschaft zwar abkühlen, aber noch gibt es regelmäßige Kontakte, und vor allem Bürgermeister Peick bemüht sich um eine lebenndige Freundschaft. Seine Einaldung an seinen neugewählten Amtskollegen Wenzel steht, und als der Freundeskreis kürzlich mit einer Busladung Oer-Erkenschwicker im Spreewald weilte, da unterstützte Peick den Besuch mit einem ansehnlichen Geldbetrag. Dies, so der erste Bürger der Stadt, werde er auch weiterhin tun.
Besuch verschoben
Aber der Blick Peicks geht über das östliche Bundesland an Oder und Neiße hinaus. Er ist entschlossen, eine Partnerschaft mit dem polnischen Pniewy zu schließen. Diesem Ziel hätte er am 10. September näher kommen können, würde er einer Einladung seines polnischen Amtskollegen Michal Chojsta folgen. Der nämlich lud den Oer-Erkenschwicker zum 1. Erntefest des Kreises ein, das in seiner Stadt stattfindet. Wegen heimischer Verpflichtungen musste Peick absagen. "Mit Bedauern", wie er betont. Pniewy ist bereits Partnerin der mit Oer-Erkenschwick befreundeten Städte Halluin und Lübbenau und wird im nächsten Jahr die "Spiele der Freundschaft" ausrichten, die einst Halluin, North Tyneside und Oer-Erkenschwick gründeten.

