WAZ vom 13.09.2000
Zukunft der Partnerschaft ist eines der Themen
Peick lädt Amtskollegen aus North Tyneside ein
Vieles mag daran liegen, dass man das Wort Partnerschaft im Jahr 2000 anders definiert als noch vor einigen
Jahrzehnten. Die Welt ist kleiner geworden, die Grenzen in Europa durchlässiger - da haben Städtepartnerschaften
nicht mehr den Stellenwert, den sie einst hatten.

Mag sein, den Vorwurf müssen sich die in die Jahre gekommenen Partner machen lassen, dass es nicht gelungen ist,
die Jugend für den Gedanken der Partnerschaft zu begeistern. Wenngleich man einräumen muss, dass es eine
komplizierte Aufgabe ist. Wer für ein Jahr als Austauschschüler in die Staaten oder nach Australien kann, der
lässt sich mit Halluin oder North Tyneside nicht unbedingt locken.
Die finanziellen Sorgen, die die beiden ältesten Partner Oer-Erkenschwicks - Halluin und North Tyneside - noch
mehr drücken als die Stimbergstadt, erschweren die Situation zusätzlich. An Ideen für eine lebendige
Freundschaft mangelt es keinem der Beteiligten, wenn man nur wüsste, wie sie sich finanzieren ließen. So
bleibt der Kontakt inzwischen weitgehend auf den Austausch zwischen den Partnerschaftsvereinen beschränkt. Und
wie im Fall der langen Freundschaft mit Halluin tragen natürlich auch Vereine wie Volkschor oder KSV-Judoka dazu bei,
dass die Kontakte nicht abbrechen.
Die weitere Entwicklung und Zukunft der offiziellen Partnerschaft ist das Thema, das Bürgermeister Clemens Peick am
Wochenende mit seinem Amtskollegen David Charlton erörtern will, der auf Peicks Einladung mit seiner Ehefrau, dem
Verwaltungsdirektor Brian Topping und dem stellvertretenden Sprecher des Rates, Eddy Darke, am morgigen Donnerstag in
Oer-Erkenschwick eintreffen wird. Themen gibt es viele. So strebt Oer-Erkenschwick die Ausweitung der Partnerschaft nach
Osten an. Zu den Verbindungen mit Lübbenau im Spreewald, Kocevje in Slowenien und den "Altpartnern" Halluin und
North Tyneside möchte man die Partnerschaft mit Pniewy in Polen besiegeln.
DEF-Vorsitzender Rainer Maschke ist mit den Problemen bestens vertraut. Begründet seien sie in erster Linie in der
Tat durch die finanzielle Situation. Außerdem käme hinzu, dass eine Partnerschaft letztlich kein statisches
Gebilde sei. "Da hat sich in den letzten Jahren viel verändert. North Tyneside hat sich auch nach Halluin geöffnet
pflegt die Partnerschaft mit Mönchengladbach". Was sehr schön sei, aber auch dazu führe, dass man die
wenigen Möglichkeiten noch teilen müsse. "Deshalb", so Maschke, "fahren wir nur noch alle drei Jahre nach
North Tyneside, im Wechsel mit den beiden anderen Städten". Der DEF erwartet am Samstag übrigens 18 Gäste
aus North Tyneside.
hes

